Die Richtlinie VDI 7000

Um die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung in die Managementstrukturen und Planungsprozesse auf Seiten der Vorhabenträger zu integrieren und um einen Standard zu definieren, hat der VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. die Richtlinie VDI 7000 („Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung bei Industrie- und Infrastrukturprojekten“) entwickelt. 
 
Zusätzliche Anforderungen kommen auf Unternehmen aus der neuen gesetzlichen Regelung zur „frühen Öffentlichkeitsbeteiligung“ (§ 25 Abs. 3 VwVfG) zu.
Danach sind alle Vorhabenträger bereits vor Antragstellung bei öffentlich relevanten Projekten gehalten, die Öffentlichkeit einzubeziehen. Durch die gesetzlich aufgegebene Hinwirkungspflicht der Behörden und den Nachweis der Beteiligung im Zuge der Genehmigungsverfahren wird dieses Instrument der „frühen Öffentlichkeitsbeteiligung“ gegenüber den bisher geltenden förmlichen Verfahren noch an Bedeutung gewinnen.
 
Um den technikgetriebenen Unternehmen, ihren Ingenieuren und allen Beteiligten in diesen Verfahren Hilfestellung zu geben, hat der VDI dieses Thema umfassend und interdisziplinär bearbeitet. In diversen großen Veranstaltungen wie dem Deutschen Ingenieurtag 2013 stand die Forderung nach einer neuen Dialogkultur bei technischen Großprojekten im Mittelpunkt. In einer politischen Stellungnahme des VDI im März 2013 und in zwei VDI-Richtlinien (VDI 7000 und VDI 7001) wurde diese Forderung in konkrete Empfehlungen für die Praxis umgesetzt.